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Die Eberswalder Obus- Fahrleitung ist ca. 44,6 km lang und nach dem sogenannten Lombard-System aufgebaut. Es verlaufen also zwei Fahrdrähte parallel zueinander. In Fahrtrichtung links verläuft der plusgepolte Fahrdraht, dementsprechend rechts der minusgepolte Fahrdraht.
Die Fahrleitung ist in einer Höhe von 5,50 m über der Fahrbahn aufgehangen. An einigen Stellen, z.B. in der Nähe von Verkehrsampeln, wurde die Fahrleitung auf 5,30 m über der Fahrbahn abgesenkt. Der Abstand der beiden Fahrdrähte zueinander beträgt 60 cm. Bei der neueren Fahrleitungsabschnitten mit Pendelaufhängung beträgt der Abstand 70 cm.
Die Fahrleitung ist in 11 einzelne Speiseabschnitte unterteilt, die durch die drei Gleichrichterunterwerke mit Gleichstrom versorgt werden.
Der Fahrleitungsdraht besteht aus massivem Kupfer von 12 mm Durchmesser. Der Querschnitt des Fahrdrahtes beträgt 100 mm². Es handelt sich um AC-100-Cu-Breitrillen-Fahrdraht (DDR-Bezeichnung BRi 100). Der Fahrdraht ist also nicht rund sondern etwas bauchig oder abgeplattet ausgeführt und mit zwei Rillen versehen.
In der Eberswalder Obus-Fahrleitung wird in den älteren Fahrleitungsabschnitten bis 1989 die Einpunktaufhängung mit fest abgespanntem Fahrdraht und in den neueren Fahrleitungsabschnitten nach 1989 die Pendelaufhängung mit selbsttätiger Nachspannung des Fahrdrahtes verwendet.
Auf den neueren Fahrleitungsabschnitten mit Pendelaufhängung wird der Fahrdraht mittels schräger Pendel in Form eines Parallelogramms seitlich versetzt aufgehangen. Dadurch verlaufen die Fahrdrähte im Zick-Zack über der Fahrbahn. Durch diese Form der Aufhängung und auch auf Grund des Eigengewichtes des Fahrdrahtes erfolgt bei temperaturbedingten Längenänderungen des Fahrdrahtes eine selbsttätige Nachspannung des Fahrdrahtes.
Der Abstand der Oberleitungsstützpunkte (sprich: Fahrleitungsmaste, Wandanker) beträgt auf alten Fahrleitungsabschnitten mit Radspanner bis 30 m, auf den neueren Fahrleitungsabschnitten mit Pendelaufhängung 40 m. Entsprechend den örtlichen Gegebenheiten wie Bebauung, Bäume, Laternenmasten usw. ist das aber in der Praxis sehr unterschiedlich.
Das Foto zeigt die Fahrleitung der Wendeschleife an der Endhaltestelle Ostend:
Vom 27.11. bis 01.12.2017 wurde die Fahrleitung in der Eberswalder Saarstraße und vom 04.12. bis 08.12.2017 die verschlissenen Aufhängungen der Oberleitung in der Finower Eberswalder Straße erneuert. Gebaut wurde jeweils von 18:00 Uhr bis 04:00 Uhr.
In der Nacht vom 18.02. zum 19.02.2019 in der Zeit zwischen 22:00 Uhr und 03:30 Uhr wurde nach mehr als 78 Jahren ein Stück Urgestein des Eberswalder Obus-Netzes, die Fahrleitung der Wendestelle an der ehemaligen Endhaltestelle Westend Boldtstraße, ersatzlos abgebaut.